Losito Luigi (1905-1992)

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"Die Mosbacher Linde" Öl auf Leinwand 60 x 80 cm.

Der italienische Maler Prof. Losito Luigi wurde in Bari in Süditalien geboren. Eine fundierte künstlerische Ausbildung als Maler und Bildhauer erhielt er an den Kunstakademien in Neapel und Rom. Durch Lieselotte Hinte, seine spätere Ehefrau, lernte er Deutschland kennen. Beide ließen sich 1936 in Köln nieder, wo Lieselotte eine Galerie eröffnete. Luigi stellte seine Bilder dort aus, später folgten Ausstellungen in München, Frankfurt und in Berlin.
Von Reisen ins Sauerland und nach Bayern brachte der Maler beeindruckende Naturbilder zurück. Leicht und skizzenhaft gelang es ihm, Licht und Schatten in feinen Farbabstimmungen darzustellen. Mensch und Landschaft waren in den Folgejahren seine Hauptmotive.
1944 wurde Köln durch Bombenangriffe so stark zerstört, dass Losito mit seiner Frau und den drei Kindern nach Magdeburg zog. Dort erlebte die Familie auch das Ende des zweiten Weltkrieges. Da die Stadt an der Elbe ebenfalls sehr unter dem Krieg gelitten hatte, stand in dieser Zeit der in den Trümmern arbeitende Mensch in Zentrum von Lositos Malerei.
1946 und 1947 beteiligte sich der Maler an großen Ausstellungen in der Morizburg. Zu seinem 50. Geburtstag wurde 1955 die Exposition "Ein Italiener sieht Deutschland" in der Elisabethenburg Meiningen eröffnet. Hier entdeckte der Künstler wahrscheinlich die Schönheit Thüringens und bezog sogar ab und zu in der Eisenacher Barfüßerstrasse Quartier.
Doch der Querdenker fand nicht nur Freunde in seiner jetzigen Heimat DDR. Er wurde aus dem Kulturbund ausgeschlossen und verschwand mehr oder weniger in der kulturellen Versenkung, war nur noch Insidern bekannt.
Rund 10 Jahre später konnte er nicht mehr totgeschwiegen werden und wurde zumindest wieder Gastmitglied des allmächtigen Kulturbundes.
Losito ist als Wanderer zwischen den realen Welten zu sehen, der sich nie voll integrieren konnte und es auch nicht wollte.
Als Katholik blieb auch die Kirche für ihn immer eine wichtige Insel und ein Zufluchtsort. Schon das musste den Mächtigen des real existierenden Sozialismus ein ewiger Dorn im Fleische sein.
Ab 1960 lebte der italienische Maler in Berlin, wo er auch starb.
Ich habe einige Bilder von ihm restauriert, die die Eisenacher Umgebung zeigen / hier "Die Mosbacher Linde"/

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Erich Heckel

Ich dürfte ein Heckels Kunstwerk der 20er Jahre einrahmen. Erich Heckel (1883 – 1970) war ein deutscher Maler und Grafiker des Expressionismus. Als Mitglied der 1905 in Dresden zusammen mit Kirchner, Schmidt-Ruffloff und Bleyl gegründeten Künstlergruppe "Brücke" hat er Kunstgeschichte geschrieben.

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Ludolfs Liberts "Rathausplatz von Riga" 1940

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Ludolfs Liberts wurde am 3. April 1895 in der Stadt Tirza im Kreis Wendenski der Provinz Livland des Russischen Reiches geboren / heute Lettland/ Gestorben: 11. März 1959 in New York City, New York, Vereinigte Staaten. Es liegen Versteigerungsergebnisse von ARTPRICE /Weltmarktführer für Kunstmarktinformationen/ bis über 48.000,00 EUR für Gemälde von Ludolfs Liberts vor. Quellen: WW59. Ein sehr nahmhafter Künstler.
Ich dürfte sein Gemälde "Rathausplatz von Riga" restaurieren.

 

 

 

 

kleines Mädchenporträt aus der 30er

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Leinwand wurde für die Malerei schon seit dem 16. Jahrhundert verwendet. Eingespannt auf Keilrahmen und mit einem passenden Malgrund versehen, ist sie einen beliebter Bildträger. Die Kunstmaler der Vergangenheit haben Malgründe selber hergestellt, wie auch die Ölfarben. Es gab unterschiedliche Rezepte dafür. Die Zubereitung eines Malgrundes aber klappte nicht immer. Das führte früh oder später zu Rissbildungen im Bild. Man unterscheidet heute Frühschwundrisse und Alterssprünge. Die ersten reichen maximal bis zur Grundierung, die zweiten (wie hier im Bild) bis zum Bildträger /also, auch der Malgrund unter der Farbschichten bildete Risse/
Wie schade eigentlich!
Eine weitere Ursache für die Risse hier, ist die sehr glatte Grundierung der Leinwand. Die Farbschicht schrumpft beim Trocknen. Sie findet auf der glatten Oberfläche keinen Halt da sie nicht gut haften kann. Das führt dann zu Rissbildung.

 

 

Unter der Begriff REINIGUNG eines Gemäldes versteht man
die Abnahme des Oberflächenschmutzes und
die Abnahme des Schlussfirnisses des Bildes.

Diese Arbeit habe ich äußerst vorsichtig durchgeführt, da die Farbschichten des Bildes sehr brüchig waren.

 

Unter einer Retusche versteht man die farbige Eintönung einer Fehlstelle in einem Gemälde.
Mit der Retuschen habe ich das Craquele (Rissbildung) geschlossen.
So befestigte ich die Farbschichten und konnte dadurch die ästhetische Wirkung des Gemäldes wieder herstellen.

Die Retusche ist die letzte restauratorische Arbeit vor dem Abschlussfirnis.

 

 

 

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vorher

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während der Reinigung

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nachher

 

In allen Stilepochen haben Kunstmaler das Pferd in ihren Gemälden verewigt. Einige von ihnen haben sich sogar auf die "Pferdemalerei" spezialisiert.

 

 

 

 

 

 

Hier ein sehr kleines Bild, welches ich gereinigt habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thüringer Allgemeine vom 12.09.2013 über das Gemälde "die Schlacht bei Nachod" und meine Leistungen als Restauratorin (von H. Kleinschmidt)

 

Von mir hier noch einige Informationen zum Bild und Künstler:

Thema des Gemäldes:
Reiterattacke bei Nachod. In der Nähe des Schloßes Nachod (im Bild oben links gut zu sehen), welches nahe der gleichnamigen böhmischen, damals österreichischen, heute tschechischen Stadt Nachod liegt, fand am 27.Juni 1866 eine denkwürdige Schlacht zwischen dem V. Preußischen Armeekorps und dem österreichischen VI. Armeekorps statt. An ihr nahm ein Vorfahre der heutigen Besitzer des Gemäldes teil.

Maler:
Ölgemälde aus dem Jahr 1891 von Max Kurth. Es handelt sich hier um eine Kopie des Originalkunstwerks von 1869 des Malers Wilhelm Camphausen (1818-1885). In der Kopie tragen die Gesichter der dargestellten preußischen Offiziere die Züge damaliger Kameraden.

Werdegang des Gemäldes:
Das Gemälde befand sich immer im Besitz des alten preußischen Adelsgeschlechts. Es war seinerzeit ein Geschenk der Kameraden an ihren früheren Lieutnant, als er 1895 seinen Abschied als Generalleutnant z. D. nahm (Karl-Ernst Freiherr von Kleist, geb. 1839 in Niesky, gest. 1912 in Liegnitz).

Die heute im Ausland lebenden Nachfahren erteilten mir den Auftrag zur Restauration des Gemäldes.

 

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TA vom 12. September 2013

Thüringer Landeszeitung und Thüringer Allgemeine vom 17. März 2016 über das Ölgemälde des schottischen Porträtmalers Edward Francis Cunningham und meine Leistungen als Restauratorin

Ein gutes halbes Jahr arbeitete ich an diesem Gemälde.

Die heutigen Besitzer des Kunstwerkes, die Nachkommen von Carl August von Struensee sind, äußerten, dass es rund ein Jahrzehnt in einer Berliner Bank hing. In der NS-Zeit sei das Bild beschlagnahmt worden. Struensees Nachfahren erhielten es nach Jahren zurück. Struensee hat ein recht bewegtes Leben. Er kommt am 18. August 1735 in Halle zur Welt. Sein Vater, Adam Struensee, wird später Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein. Juniors Interessen liegen in der Theologie, Mathematik, Philosophie und Militärwissenschaft. Im April 1771 zieht Carl August nach Kopenhagen. Dort ist sein jüngerer Bruder Johann Friedrich Struensee Leibarzt des dänischen Königs Christian VII. und enger Ratgeber des Regenten. Er hilft dem Bruder mit seinen finanzpolitischen Kenntnissen bei der Umsetzung von Reformen, die schnell zu einem ausgeglichenen dänischen Staatshaushalt führen. Nach dem Sturz seines Bruders kehrt Carl August nach Preußen zurück und schlägt die Bitte des Königs Friedrich der Große in den Wind, wieder in sein altes Schulamt zurückzukehren. Er wendet sich intensiv der Volkswirtschaft zu. Dies veranlasst den König, ihn 1777 als Bankdirektor nach Elbing zu berufen. Später wird er königlich preußischer Geheimer Oberfinanzrat, Direktor der preußischen Seehandlung, Minister des Accise-, Zoll-, Commercial- und Fabrikenwesens sowie königlich preußischer Geheimer Staatsminister. Am 15. Mai 1789 wird er auf Schloss Christiansborg in den dänischen Adelsstand erhoben.
Norman Meißner / 17.03.16 / TLZ

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Thüringer Landeszeitung und Thüringer Allgemeine vom 21. März 2014 über das Ölgemälde des Kunstmalers Karl Lindegren und meine Leistungen als Restauratorin. Auftrag zum Restauration des Bildes ist die Gemeinde Willershausen (von N. Meißner)

Von mir hier noch einige Informationen zum Künstler:

Karl Lindegren lebte und Wirkte von 1910 bis 1970 in der Wartburgstadt Eisenach und erfreute zahlreiche Menschen mit seinem Talent. Er war schwedischer Abstammung. Sein Vater hatte sich Mitte des vorigen Jahrhunderts in Hannover niedergelassen. Der Sohn lernte dort den Beruf eines Dekorationsmalers. Schon bald kam eine starke künstlerische Veranlagung zum Durchbruch, die er durch Weiterbildungskurse und Studien vervollkommnete. Als naturliebender Mensch verschrieb er sich vor allem der Landschaftsmalerei und zog 1910 in die Wartburgstadt. Hier fand er eine Fülle von Motiven aller Art und wagte den Sprung in die künstlerische Selbständigkeit. Ein Unterfangen, das ihm gut gelang. Der damalige Burghauptmann, Herr von Cranach, erteilte ihm die Erlaubnis, innerhalb der Wartburg zu malen. Das brachte ihm sichere Einnahmen, denn die Touristen wußten seine Kunst zu schätzen.

Das Bild was ich restaurierte, schenkte dem Herleshäuser Ortsteil Willershausen  Dr. Hans-Peter Marsch. Er hat es vor mehr als zehn Jahren in Dortmund für nicht wenig Geld gekauft.

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TLZ und TA vom 21. März 2014

Thüringer Landeszeitung vom 22. November 2014

"Zurück nach 60 Jahren" von Norman Meißner

Der Artikel berichtet über ein Kunstwerk des Malers Karl Lindegren aus dem Jahr 1938, das ich gereinigt habe. Es zeigt einen Blick in die Bauhistorie der Stadt Eisenach.

 

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